Auf der Suche nach Erfolg

Aktualisiert: 12. Sept. 2020

Es ist paradox: "Alle" interessieren sich für die Erfolgsfaktoren von Unternehmen. Schon früh im Studium wird man damit quasi bombardiert. Google liefert für die Suche "Erfolgsfaktoren Unternehmen" 2,8 Millionen Einträge. Für "Insolvenzgründe Unternehmen" jedoch nur ca. 50.000 Einträge (die meisten davon behandeln dann jedoch auch nur die juristische Bedeutung einer Insolvenz). Bei Amazon sind zuhauf Bücher wie "Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer" oder "Erfolgreiche Unternehmer und ihre Prinzipien" zu finden.

Auch auf privater Ebene interessiert man sich für Erfolgsfaktoren. Dieser Wissensdurst wird durch unzählige Bücher von Selfmade-Millionaires, die ihr Wissen der breiten Gesellschaft vermitteln wollen, gestillt. Äußerst amüsant und traurig zugleich finde ich dabei die selbsternannten Investment-Gurus, die einem (gegen ordentliche Bezahlung versteht sich) die Zauberkiste des Börsenwissens verraten wollen.


Warum wird nicht viel mehr Wert auf die Gründe des Versagens gelegt? Es gibt tonnenweise Beispiele von extrem erfolgreichen Unternehmen, die in der Blüte Ihres Lebens, abrupt einen "sudden death" hingelegt haben. Natürlich rede ich hier nicht von solchen Krisen, die auf Kreativität in der Bilanzerstellung (Enron, Wirecard, etc.) zurückzuführen sind.


Wenn man Unternehmenskrisen analysiert, dann sind Muster erkennbar und vor allem auch, wie diese zu vermeiden gewesen wären. Euler Hermes und die Universität Mannheim zeigen in einer Studie (Link) die Ursache von Insolvenzen. Hier meine persönliche Top 5 Hitliste:


1. Fehlendes Controlling

2. Finanzierungslücken

3. Investitionsfehler

4. Ungenügende Marktanpassung

5. Personalprobleme


Sehr schlimm ist, dass Unternehmen erst dann reagieren, wenn die Krise bereits eingetreten ist (weil keine Frühwarnsysteme vorhanden sind). Noch viel schlimmer ist, dass der Zeitraum zwischen Krisenerkennung und Beginn der Restrukturierung im Durchschnitt 16 Monate beträgt (Link). Dabei ist die unverzügliche Einleitung von Sanierungsmaßnahmen ähnlich wichtig wie die Benutzung eines Feuerlöschers bei einem Brand.


Wenn man sich dann noch die Frage stellt, wie es soweit kommen konnte, und sich immer wieder fragt "warum", dann kommt am Ende die ultimative Antwort: Weil man sich nicht mit den Risiken auseinandergesetzt hat. Man kann dann zwar noch weiter fragen "warum", aber ich will es hier nicht ausarten lassen.


 

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